Von den Flambauen zur Großfackel



Dann machte sich schon bald auch beim Neusser Fackelbau der Fortschritt der Technik bemerkbar. Die Großfackeln wurden immer stattlicher, technisch immer ausgefeilter, sie wurden immer beweglicher und schließlich auch mit elektrischer Beleuchtung ausgestattet, für die man Batterien einbaute. Damit war eine Perfektion erreicht, die heute aus dem Fackelzug nicht mehr wegzudenken ist und kein Fackelbauer mehr entbehren will: Batterien ge
hören jetzt zur Grundausstattung jeder Großfackel und werden ihres Gewichtes wegen oft in eigenen Behältern bei der Fackel mitgefahren, mit der sie durch Kabel verbunden sind.
 
 

Die Entwicklung in den letzten dreißig Jahren hat gezeigt, dass die Söhne und Enkel sich als gelehrige Schüler der Väter und Großväter bewährt haben, und dass ihre Kunst nicht in Vergessenheit geraten ist. In vielen Wochen vor dem Fest gehen die Schützen an die Arbeit. Handwerklich und technisch versierte Zugmitglieder und Freunde, Tüftler und geschickte Hände sind dabei besonders gefragt. Die Ideen werden zumeist in Zugversammlungen geboren oder besprochen, und es ist kein Geheimnis, dass die Züge darin sehr eigenwillig sind, - auch diese ihre Gedanken wüssten sie gern zollfrei behandelt. Sie wissen aber auch, dass ihnen in mehrfacher Hinsicht Grenzen gesetzt sind, sie sollen keinen Ärger machen, der ihnen und anderen die Freude verdirbt, was natürlich nicht ausschließt, dass sie kräftig auf die Schippe nehmen, was nur auf die Schippe  zu nehmen ist. Grundgedanken und Aufbau halten die Fackelbauer möglichst lange geheim. Dadurch wird nie zu verhindern sein, dass, was schon öfter kritisch angemerkt wurde, Doubletten entstehen oder noch mehr Großfackeln dasselbe Thema behandeln; aber dann lässt man sich damit trösten, dass die Ausführung doch sehr verschieden sein kann.



Das NGK als APP

Get it on Google Play
Windows mobile App