Von den Flambauen zur Großfackel



Die Stunden des Planens, Bauens und Bastelns finden die Freunde immer in einer Vorfreude zusammen, die ihnen auch etwas wert ist und sie für die vielen Stunden, die sie in ihrer Freizeit opfern müssen, entschädigt. Gelegentlich sind auch Ortbesichtigungen notwendig, wenn sie sich zum Beispiel Maße vorgenommen haben, die zu der Überlegung zwingen, ob sie mit ihrer Großfackel in dieser oder jenen Straße die Kurve kriegen. Grenzen sind in der Höhe gesetzt: sie muß die Oberleitung der Straßenbahn respektieren. Antriebsmittel ist bei den meisten Großfackeln immer noch die Muskelkraft der Zugmitglieder, manche Züge, die besonders monströse Fackeln vorführen, haben auch schon Gabelstapler eingesetzt. Die Schieber im Handbetrieb wissen am Ende des Fackelzuges, was für eine Strapaze sie hinter sich haben, auch noch, nachdem alle Marschstraßen stoß- und rumpelfrei geebnet sind.

 

 

 

Ein Problem, das wahrscheinlich nie in den Griff zu bekommen ist, liegt in der Beschriftung der Großfackeln, über die man sich schon unzählige Mal mit Komitee und Korpsführern unterhalten hat. Die Beschriftung der Großfackeln soll nicht zu tief liegen und nicht nur von der ersten Reihe der Zuschauer zu lesen sein, damit der Betrachter erfasst, was gemeint ist. Sie soll verständlich sein und nicht geheimnisvoll, da das Marschtempo zu Deutungen keine Zeit lässt, - kurzum, auch die Beschriftung soll so gehalten sein, dass die Wirkung der Fackel nicht geschmälert, sondern eher verdeutlicht und unterstützt wird. Besondere Schwierigkeiten ergeben sich, wenn der Zug sich der Mundart bedient, die ja noch lange nicht jeder am Straßenrand kapiert, und wenn sie dann auch noch in einer Form erscheint, die eher befremdend als erklärend wirkt, - Mundart sprechen und Mundart schreiben ist eben zweierlei.

In den letzten Jahren hat es sich eingebürgert, dass vor dem Schützenfest noch sogenannte Fackelrichtfeste eingeschoben werden. Dabei ist Gelegenheit gegeben, den fleißigen Fackelbauern zu danken und anerkennende Worte zu sagen, Schützenkönig Komitee, Korpsführer, Freunde und Mitmarschierer lassen sich den Abend nicht entgehen, um eine weitere Vorfreude zu genießen, auch wenn sie vielleicht  bei einem Blick hinter die Kulissen ihr mehr oder weniger gelungenes Konterfei entdecken in einem Zusammenhang, dessen volle Wirkung sie erst am Samstagabend des Schützenfestes bei Licht genauer besehen dürfen.



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