Von den Flambauen zur Großfackel



Im übrigen waren und sind die Fackelthemen weit gespannt. Man hat sich stets nicht auf Ereignisse oder Erlebnisse im kleinen Kreis des fackelbauenden Zuges, im Korps, in der Nachbarschaft oder in der Stadt oder auf dem Schützenfest beschränkt, man hat seine Themen aus dem Alltagsleben herausgegriffen und ist auch in die kleine und in die große Politik eingestiegen. Wer Bilder von Großfackeln aus verflossenen Zeiten zu Gesicht bekommt oder in alten Zeitungsbänden die Schützenfestberichte nachschlägt, sieht Zeitgeschichte und der Zeiten Wandel auch in diesem Neusser Brauchtum dokumentiert.

 

 

Zu verschiedenen Zeiten war es üblich, Großfackeln zu prämiieren. Aber davon ist man in Neuss wieder abgekommen. Der Neußer-Bürger-Schützen-Verein unterstützt dagegen den Fackelbau, und zwar jede Fackel, die hinsichtlich Aufbau und Ausführung deren Ansprüchen genügt, mit einem finanziellen Beitrag, zu einen, um den Fackelbauern bei ihren oft nicht geringen Kosten eine Hilfe zu geben, und zum anderen, um das einmalige schützenfestliche Brauchtum zu fördern und zu erhalten.

Neusser Schützen sind, wie in so vielem, auch mit ihrem Fackelbau Vorbild geworden für zahlreiche Orte und Schützenfeste im Land ringsum. Und es ist neidlos anzuerkennen, dass vielerorts die Schützen auch darin eine glückliche Hand haben und beachtliche Leistungen vorweisen können. Die Neusser kann es nur freuen, dass das von ihnen begründetes Brauchtum im heimatlichen Boden so weitreichend Wurzeln geschlagen hat.

 

Joseph Lange, anlässlich der Ausstellung in der Stadtsparkasse Neuss zum Neusser Bürger-Schützenfest 1985



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