Die Fahnen des Neusser Grenadierkorps

Liebe Korpsmitglieder und Freunde der Neusser Grenadiere!

Fahnen sind im Schützenwesen seit Anbeginn an immer mit einem ganz besonderen Verantwortungsbewusstsein verbunden.

Nicht nur militärisch gesehen, spricht man davon, dass die Fahne bis zum Letzten zu verteidigen ist, sondern auch, dass die Fahne ein eindeutiges Kennzeichen für das Aufmarschieren einer bestimmen militärischen/schützenfestlichen Formation ist.

Auch im Grenadierkorps haben Fahnen eine große Tradition.
So ist eine verschollen geglaubte Schwenkfahne in Amerika aufgefunden worden. Eine Tragefahne wurde durch das Nacharbeiten/Restaurieren so verändert, das ein Neusser Wahrzeichen offensichtlich eine Veränderung erfahren hatten.

Ebenso erkannt man mit den Jahren, dass Schwenkfahnen leicht und wendig sein müssen um den Zuschauern einen Augenschmaus bieten zu können!

Über die Jahre gab es viele Geschichten, Mythen und Erzählungen um und über Korpsfahnen.

Eins ist allerdings gewiss, Traditionen und Heimatverbundenheit sind eng mit unseren Fahnen verbunden und daher sind sie für uns mehr als ein Gegenstand. Fahnen sind ein Stück Geschichte!

Die beiden Fahnenzüge des Neusser Grenadierkorps haben daher eine wichtige Funktion.

Nicht nur bei Trauerveranstaltungen sind sie ein wichtiger Bestandteil. Auch bei Ehrungen, Hochzeiten oder gesellschaftlichen Anlässen sind die Kameraden stets in einer verantwortungsbewussten Situation.

Träger der Königs-Standarte

Traditionell stellt das Neusser Grenadierkorps von 1823 den Träger der Königsstandarte. Die Königsstandarte gibt es im Regiment seit 1955.

Schützenkönig Hermann Wilhelm Thywissen, später 33 Jahre erfolgreicher Schützenpräsident, schenkte dem Neusser Bürger-Schützen-Verein als Königsgeschenk eine Königsstandarte, die seitdem dem Schützenkönig vorangetragen wird.

Die Königsstandarte ist immer in direkter Verbindung zum Schützenkönig anzusehen. Daher ist diese Standarte bei allen schützenfestlichen Veranstaltungen zu Gegen, und zeigt den Neusser Bürgerinnen und Bürger bereits von weitem:

Seht her, hier kommt der Schützenkönig!!

Traditionell stellt das Neusser Grenadierkorps von 1823 den Träger dieser Standarte.

In der Uniform eines Grenadieroffizier, ist der Standartenträger im Regelfall den Fahnenzügen des Neusser Grenadierkorps angeschlossen. Zuverlässig, umsichtig und sicherlich auch persönlich sehr engagiert muss der Schütze in dieser verantwortungsvollen Stellung sein. So ist der Standartenträger auch in einer beratender Funktion für den König, in der die eine oder andere Situation mit Erfahrung positiv „beeinflussen“ kann, tätig.

Aktuell ist Micha Bennertz der Standartenträger im Neusser Schützenregiment. Er gehört dem „Grenadierfahnenzug 1960“ an.

Korpsfahne von 1948 (Quirinusfahne)

Das Neusser Grenadierkorps von 1823 verlor im Zweiten Weltkrieg mit dem gesamten Korpseigentum alle Fahnen.

Der Initiative des damaligen Vorsitzenden Willi Berten ist es zu verdanken, daß das Grenadierkorps bereits 1948 eine neue Fahne, die erste Korpsfahne, erhielt.

Die Vorderseite enthält auf blauem Grund die Darstellung des Stadtwappens mit zwei goldenen Löwen als dessen Schildhalter, das mit einem goldenen Lorbeerkranz umringte Jahr der Stiftung, 1948, und die Schrift „Neusser Grenadier-Korps“

Die Rückseite trägt das mit einem grün-goldenen Lorbeerkranz umringte Quirinuswappen und die Devise „Hald faß an Nüß“.

Die am 01. August 1948 im Quirinusmünster geweihte Quirinusfahne – wie diese Fahne auch genannt wird – ist dem Andenken des am 09. Dezember 1948 verstorbenen Grenadiermajors Theodor Pütz gewidmet. Ihm war es nicht mehr vergönnt, diese Fahne, wie auch die auf seine Bemühungen hin 1949 beschaffte Schwenkfahne, zu sehen.

Schon 1948 bildete eine Spende des Schützenfreundes Karl Götzen den Grundstock für die neue Quirinusfahne. Anfang 1949 folgten Karl Rath vom Grenadierzug „Jungeselle“, der Stammtisch dieses Zuges und der Grenadierzug „Knüver“ als Spender. Weitere Spenden von Zügen und Freunde des Korps ermöglichten schließlich die Anschaffung der Fahne.

Heute ziert diese Fahne zusätzlich ein Wimpel, der seit 1970 an den während der Festtage 1960 verstorbenen Oberst Josef Tilmes erinnert.

Dreikönigenfahne von 1950/1975

Die Vorderseite der Fahne trägt auf dunkelblauem Untergrund das Stadtwappen, flankiert vom Jahr der Stiftung 1950 und dem der Restaurierung 1975. Von den bekannten neun Kugeln, die der heilige Quirinus in seinem Schild führt,ging offenbar bei der Restaurierung eine verloren. Stattdessen ist nun das Emblem der Firma zu sehen, die diese Fahne restauriert hat.

Auf der Rückseite der Fahne stehen die Namen der Heiligen Dreikönige Caspar, Melchior und Balthasar. Es sind ihre drei Kronen über den Namen dargestellt sowie der strahlende Stern von Betlehem. Unter den Namen das Wappen der Stadt Köln, das die drei Kronen nebeneinander zeigt und darunter die elf Flammenzungen, die auf die heilige Ursula und ihre 11.000 Gefährtinnen zurückgeführt werden.

1950 stiftete Rudi Kellermann die Fahne nach einem Entwurf von Willy Küppers und ließ sie in der Werkkunstschule Düsseldorf herstellen. Dort entstand auch die in Goldschmiedearbeit ausgeführte Fahnenspitze. Nach 25 Jahren war eine Restaurierung notwendig, die die Bonner Fahnenfabrik ausführte. Die Erneuerung der Fahne seinerzeit wurde durch eine Umlage von 25,00 DM pro Zug und durch zahlreiche Spenden bekannter und unbekannter Förderer finanziert.

1998 wurde erneut eine Restaurierung erforderlich, welche durch die Abtei Mariendonk, ein Benediktinerinnenkloster in Kempen-Wachtendonk am Niederrhein ausgeführt wurde.
Zum Schützenfest im Jubiläumsjahr erstrahlte die Fahne im neuen Glanz.

Korpsfahne von 1970

Die Vorderseite der Fahne zeigt auf blauem Grund im Mittelpunkt das Ehrenzeichen des Neusser Grenadierkorps. Der Schriftzug „Neusser Grenadierkorps“ sowie das Gründungs- und Stiftungsjahr – 1823 – 1870 – runden den Rahmen ab.

Die Rückseite zeigt den Zweispitz als Kopfbedeckung der Offiziere und die gekreuzten Gewehre mit Blumen als friedliche Waffen der Mannschaft. Beides wird auf einer Pergamentrolle mit Siegel dargestellt, die das würdige Alter des immer jungen Korps zum Ausdruck bringt.

Das Grenadierkorps hatte zuvor einen Wettbewerb ausgeschrieben, aus dem Idee und Entwurf vom Zugführer der Fahnrenzuges 1920, Hans Döring, ausgewählt wurde. Die künstlerische Gestaltung nahm der Graphiker Dieter Stoll, Bensberg vor.

1970 wurde die Korpsfahne in der Dreiköniginkirche geweiht. Ein anschließender Festakt fand im Foyer der Stadthalle statt.

Jubiläumsfahne von 1998

Anlässlich des 175-jährigen Bestehens des Korps wurde, durch den Vorsitzenden Walter Pesch, Major Achim Tilmes und Adjutant Bernhard Schmitz, diese Fahne dem Neusser Grenadierkorps übergeben.
Die drei Freunde sehen ihre Stiftung als Zeichen ihrer tiefen Verbundenheit zum Korps, welche getragen wird von Freundschaft und Freude.

Die Fahne zeigt auf der Vorderseite das im Jahr 1987 vom NGK der Stadt Neuss geschenkte Schützendenkmal vor dem Hamtorbogen, das Jubiläumsjahr 1998, den Schriftzug 175 Jahre Neusser Grenadierkorps und die Namen der Stifter.

Auf der Rückseite wird das Ehrenzeichen des Korps von den historischen Stadttoren umkränzt. Symbolisch wird so die Verwurzelung des Korps in seiner Heimatstadt Neuss dargestellt. Unter dem Ehrenzeichen geben die Jahreszahlen 1823-1998 die Zeitspanne des zu feiernden Jubiläums wieder.

Die Fahnenweihe erfolgte anlässlich des Patronatstages 1998 in der St. Marien Kirche.

Dreikönigenfahne von 2004

Nachdem die 1950 eingeführte Dreikönigenfahne in die Jahre gekommen war, entschloss man sich diese für museale Zwecke zu sichern. Die Kosten für die entsprechende Herrichtung hat unser Beiratsmitglied Karl-Heinz Berten übernommen. Schnell war sich der Vorstand darin einig, wieder eine Dreikönigenfahne anfertigen zu lassen.

Sie sollte aber keine Nachbildung der historischen Fahne sein. Gerne folgte man der Idee und dem Entwurf des Designers, unseres Freundes Thomas Kempen. Er wählte als Motiv die Darstellung der Heiligen Dreikönige des Thorn-Prikker-Fenster der gleichnamigen Pfarrkirche. Pfarrer Ullmann erteilte bereitwillig seine Zustimmung.
Den neuen, passenden Fahnenstock ziert die 1950 in der Düsseldorfer Werkkunstschule in Goldschmiedearbeit gefertigte Fahnenspitze.

Bei der Mitfinanzierung erwies sich die Sparda-Bank West eG aus Neuss als großzügiger Sponsor. Dem Geschäftsstellenleiter Lothar Tophofen, als Hauptsponsor unserer großartigen, neuen Korpsfahne, gilt besonderen Dank auch für die darüber hinaus gehende fördernde Verbundenheit.

Die Vorderseite der Fahne gibt das berühmte Kirchenfenster mit der Huldigung des Kindes auf dunkelblauem strapazierfähigem Damast wieder.

Auf der anderen Seite strahlen die Anfangsbuchstaben Casper, Melchior und Balthasar auf das in kräftigen Farben auf goldgelbem Untergrund dargestellte Korpswappen.

In gekonnter Handarbeit erfolgte die Anfertigung durch wahre Künstlerinnen der Firma Fahnen Kössinger in Schierling bei Regensburg. Die neue Dreikönigenfahne wurde im Rahmen des Promenadenkonzerts der Öffentlichkeit vorgestellt und vom Marienpfarrer Wilfried Korfmacher geweiht.

Korpsfahne von 2006

Zum Glanzpunkt von Festen gehören im hohen Maße künstlerisch gestaltete und bestickte Fahnen. Ohne Fahnen wäre auch unser Neusser Bürger-Schützenfest bedeutend schmuckloser. Sie werden mit Stolz durch die Straßen, über den Markt und ins Zelt getragen.
Da unser Grenadierkorps in sechs Blöcken marschiert, war es dem Vorstand schon seit langem ein Anliegen, dass jeder Fahnenblock eine Tragefahne mitführen konnte.
Bei der Mitfinanzierung dieses Ansinnens erwies sich erneut die Sparda-Bank West eG aus Neuss als großzügiger Sponsor.

Bei der Gestaltung und Entwicklung konnte mit unserem Freund, dem Designer Thomas Kempen zum wiederholten Male eine prächtige Fahne in enger Zusammenarbeit entworfen werden. Die Anfertigung erfolgte erneut in gekonnter Handarbeit durch die Firma Fahnen Kössinger in Schierling bei Regensburg.
Die Hermann von Hessen Fahne wurde im Rahmen des Patronatstages 2006 der Öffentlichkeit vorgestellt und vom Marienpfarrer Monsignore Wilfried Korfmacher während der Hl. Messe geweiht.

Die neue Fahne zeigt auf der Vorderseite die Belagerung der Stadt Neuss im Jahre 1474/1475 durch die Truppen von Karl dem Kühnen. Als Vorlage diente ein kolorierter Holzschnitt aus dem Jahre 1477, der die Belagerungsszene vor „nuis“ zeigt. Hermann von Hessen, als Beschützer der Stadt wird rechts in voller Größe des farbigen Stickbildes, auf braun-rotem Hintergrund, gezeigt.

Die Rückseite der Fahne zeigt unser Korpsabzeichen mit Eichenlaub und dem Schriftzug: „Neusser Grenadierkorps“ auf gelb-braunen Hintergrund.

Des Weiteren wurde ein großer, marschierender Grenadier-Fahnenoffizier aufgestickt. Damit danken wir unseren beiden Fahnenzügen für ihren anstrengenden Dienst, nicht nur an den Kirmestagen, sondern auch für ihren Einsatz im Laufe des Jahres.

Josef-Kardinal-Frings-Fahne von 2016

Die neue 7. Korpsfahne ist die Josef-Kardinal-Frings-Fahne und wurde von unserem Kameraden Thomas Kempen entworfen.

Die Vorderseite zeigt auf kardinalsrotem Grund ein Portrait des Kardinals in Anlehnung an ein Ölgemälde des bergischen Künstlers Paul Flögelhöfer, welches im Original der Josef-Kardinal-Frings-Gesellschaft zu Neuss gehört und über deren Verwendungserlaubnis wir sehr dankbar sind. Das große Korpswappen des NGK und der Hinweis auf den Stifter, unser Beiratsmitglied Horst Dvorak, runden die Vorderseite ab.

Die Rückseite zeigt auf cremefarbenem Grund neun rote Quirinuskugeln. In den Kugeln befinden sich Hinweise und Attribute des Kardinals: Mitra und Bischofsstab, Stadtwappen der Städte Neuss und Köln, Geburts- und Sterbedatum sowie der Hinweis auf die Neusser Ehrenbürgerschaft. Die Briketts erinnern an die berühmte Sylvesterpredigt von 1946 und damit das dieser Predigt zugrundegelegte „fringsen“. Im Zentrum steht das Kardinalswappen mit dem Wahlspruch in Latein „PRO HOMINIBUS CONSTITUTUS“. Darüber die Übersetzung „Für die Menschen bestellt“, der Wahlspruch, den auch wir Neusser Grenadiere uns auf unsere Fahne schreiben wollen!
Für den entsprechenden Transport danken wir dem Stifter des neuen Fahnenstocks Marc Hillen.

Marienfahne

Die Vorderseite der Fahne erweckt einen kriegerischen Eindruck. Versöhnlich stimmt die Aufschrift „Neusser Grenadierkorps von 1823-1950“ und die Nachbildung des Stadtwappens.

Die Rückseite zeigt, umrahmt von kunstvoller Ornamentstickerei mit einem umlaufenden Strahlenkranz, die Bitte an Maria, die Himmelskönigin PROTEGE NUSSIAM Neuss zu schützen.

Die Fahne, welche 1950 angefertigt wurde, musste nach 34 Jahren einer starken Tuchbeschädigung wegen erneuert werden. Eine Restaurierung war nicht mehr möglich. Dank einer großherzigen Spende des seinerzeitigen Ehrenmajors Josef Tilmes, anläßlich seines 60. Geburtstages, konnte dies auch im Jahr 1984 verwirklicht werden.

Bis auf die Ornamentik auf der Rückseite stellt die „neue Marienfahne“ ein exaktes Duplikat des Originals dar. Bereits 1993 musste eine Tuchbeschädigung restauriert werden und die Fahne wurde um die Jahreszahl 1993 ergänzt. Die Kosten dieser Arbeiten übernahm ebenfalls Josef Tilmes. Das Neusser Grenadierkorps von 1823 ist auch heute Josef Tilmes noch zu großem Dank verpflichtet und sein Andenken wird nicht nur aufgrund der von ihm gestifteten neuen Marienfahne in Ehren gehalten.

Cäcilienfahne

Die Fahne wurde dem 1900 gegründeten Grenadierzug des Männergesangvereins Cäcilia gestiftet und ihm vorangetragen. Alfons Blum, dessen Vater einmal diesen Zug geführt hatte, übergab die Fahne 1950 dem Korps, das sie aufarbeiten ließ und mit der Weihe am 04.Juli 1954 im Quirinusmünster feierlich in Besitz nahm.

Auf der Vorderseite ist eine alte Darstellung des Stadtwappens, welchem zwei Löwen als Schildhalter zur Seite stehen. umrahmt wird das Wappen vom Schriftzug-Grenadier-Zug „1900“ Neuss M.G.V.Cäcilia-.

Auf der Rückseite ist eine Lyra in einem Notenheft wiedergegeben und auf die vier Ecken verteilt der Spruch.

„Herz an Herz und Hand in Hand, Hoch das Lied, das uns verband!“

In seinem Königsjahr 1978 ließ unser Mitglied und Freund Hejo Konrads diese Traditionsfahne restaurieren. Er übergab sie u.a.mit den launigen Worten: „Die Grenadiere haben die Heilige Cäcilienfahne bei Hitze und Kälte, bei Wind und Wetter mitherumgeschleppt. Der Zahn der Zeit hat dem Mädchen übel mitgespielt.“

Wir sind dakbar für die Erhaltug dieses Prachtstücks und werden das „gute Mädchen“ weiterhin pfleglich behandeln.

Schwenkfahnen

Zum 50-jährigen Jubiläum im Jahr 1970 stiftete der Fahnenzug 1920 dem Neusser Grenadierkorps eine neue Schwenkfahne. Sie zeigt das von der Kaisekrone bedeckte Neusser Wappenschild mit dem umlaufenden Schriftzug „Neusser Grenadierkorps – Fahnenzug“ und dem Gründungs- und Jubiläumsjahre 1920 – 1970 jeweils zur Seite stehend

Zu seinem 75-jährgen Jubiläum im Jahr 1995 stiftete der Fahnenzug aus enger Verbundenheit heraus dem Korps wiederum eine Schwenkfahne.

Diesmal ist das mit einem umlaufenden Goldkranz versehene Zugabzeichen in den Mittelpunkt der Fahne gestellt und der o.e. Schriftzug mit dem Gründungsjahr 1920 und dem Jubiläumsjahr 1995 ergänzt.

Zum 150-jährigen Jubiläum stiftete der Fahnenzug 1960 dem Grenadierkorps eine Schwenkfahne und unterstrich so seine Verbundenheit zum Korps. Die Fahne zeigt das Neusser Wappen engerahmt vom Gründungs- und Jubiläumsjahr 1823-1973 und den Text Neusser Grenadierkorps und Fahnenzug 1960.

Die älteste nach dem Kriege angefertigte und erhaltene Schwenkfahne des Korps stammt aus dem Jahr 1956. Seinerzeit gab es noch keine zwei Fahnenzüge sondern eine Fahnenkompanie des Neusser Grenadierkorps. Die Fahne zeigt des Ehrenzeichen des Grenadierkorps, das Stiftungsjahr 1956, das Quirinuswappen und ein Wappen mit dem „Schwatte Päd“. Vermutlich ist dieses Wappen im Andenken an den kurz vor Schützenfest des Jahres 1956 verstorbenen Majors Paul Ehser in die Fahne integriert, war Paul Ehser doch Wirt der Traditionsgaststätte „Schwatte Päd“.

Historische Stadtfahne

Nachdem der Brauch des Fahnenschwenkens Mitte des vorigen Jahrhunderts besonders gepflegt worden war, konnte er nicht in das 20. Jahrhundert hinüber gerettet werden. Grenadiermajor Theo Pütz wollte diese Tradition wieder aufleben lassen und stiftete dem Korps 1939 eine neue Schwenkfahne. Sie wurde während der Parade von Schützenkönig Robert Lonnes dem Grenadierkorps übergeben. Schon am darauffolgenden Tag, dem Schützenfestmontag 1939, brach das Schützenfest in sich zusammen, weil die Mehrzahl der Schützen zum Kriegsdienst gerufen wurde.
WIe alle anderen Fahnen des Neusser Grenadierkorps ging auch diese Schwenkfahne verloren. Diese Fahne, welche Major THeo Pütz mit anderen Gegenständen des Korps in Verwahrung hatte, wurde von den amerikanischen Soldaten bei Plünderungen geraubt und als Kriefsbeute nach Amerika mitgenommen.

Mitte 1987 meldete sich das Ehepaar Steudle aus Los Angeles von einem Besuch in Frankfurt in Neuss und bot die Übergabe einer „historischen Stadtfahne“ an, die sodann im Juni 1987 der damalige Bürgermeister Hermann-Josef Dusend und Museumsdirektor Dr. Max Tauch am Obertor übernahmen. Recht bald stellte sich anhand von Bilddokumenten heraus, dass es sich dabei um die veloren gegangene Schwenkfahne des Jahres 1939 handelte. Das Foto im Buch „Bürger- und Bürgerssöhne“ von Joseph Lange zeigt den Fahnenschwenker Josef Küppers bei der Parade im Jahr 1939. Das Neusser Grenadierkorps überließ diese Originalfahne als Dauerleihgabe dem Clemens-Sels-Museum und der damals amtierennde Grenadiermajor Dr. Heyens ließ je eine Kopie als Schwenk- und als Tragefahne für sein Korps anfertigen. Die Kopien der Fahnen wurden von der Neusser Malerien Gisela Kast originaltreu angefertigt. Das Originaltuch wurde im Rahmen der Einweihung des Schützendenkmals am 13. Juni 1987 wieder in das Eigentum des Neusser Grenadierkorps übernommen.

Fahnenspitzen

Einige Fahnenspitzen waren mit den Jahren, trotz intensiver Pflege, stumpf geworden. Durch eine neue Goldauflage konnte ein optimales Glänzen erreicht werden. Ein zusätzliches Putzen wird nicht mehr notwendig sein, dies hat den Vorteil, dass keine Schleifspuren auf den Spitzen entstehen.

Ein besonderer Blickfang ist das Neusser Stadtwappen. Dies ziert nun alle sechs Fahnenspitzen auf der der Vorder- und Rückseite. Damit wurde 2006 zugleich erreicht, alle sechs Tragefahnen gleichmäßig und mit einheitlichen Fahnenspitzen auszustatten.

Voller Stolz blicken wir auf die engagierten Fahnenoffiziere, die unsere Fahnen präsentieren und pflegsam mit ihnen umgehen und sind sicher auch bei den zahlreichen Schützenfestbesuchern mit den neu gestalteten Fahnenspitzen weiterhin Anklang zu finden.